Baustellen II

Man kann den Eindruck bekommen, dass Prag eine einzige große Baustelle ist. Überall wird gebaut, saniert, restauriert, neu errichtet. Kaum eine Straße, in der nicht irgendwo ein Baugerüst vor einer Fassade prangt, kaum ein Stadtteil ohne Kräne in der Skyline und Baulärm als Hintergrundrauschen. Selbst an manch bedeutendem Touristenmagnet wird gewerkelt. In der St. Nikolaus Kirche im Stadtteil Malá Strana ist das Hauptdeckenfresko aufgrund von Restaurierungsarbeiten verdeckt. Verdeckt ist auch die Fassade des Švanda Theaters, und manch Statue entfaltet, während sie aus dem Baugerüst, das sie gefangen hält, auszubrechen versucht, eine ganz neue plastische Wirkung. Moldaubrücken, wie der Negrelli-Viadukt, werden aufgrund von Baumaßnahmen derzeit nicht befahren. Im Viertel Holešovice, in dem sich bereits das DOX und die Dependance für Moderne Kunst der Nationalgalerie befinden, verrät ein Schild an einem derzeit noch baufällig wirkenden Gebäude, das 2020 an dieser Stelle ein Museum aus der Sammlung des Künstlers Miroslav Tichý (Contemporary International Art Beyond Cultural Definitions) eröffnet werden soll. Und in der Prager Neustadt, an der Spálená, findet man dort, wo man vor ein paar Tagen noch in die Straßenbahn eingestiegen ist, das Pflaster aufgebrochen und Schienenteile herausgenommen vor. Die Fahrstrecke wird natürlich umgeleitet.

Švanda Theater mit Baugerüst

St. Nikolaus mit verdecktem Deckenfresko

Statuen, die versuchen aus Baugerüsten auszubrechen, z.B. hier am Palackého náměstí

Baustelle: Negrelli-Viadukt

Platzhalter für eine neue Statue am Ende der Nerudova in Malá Strana

Aufgebrochene Strassenbahnstrecke an der Spálená

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